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Arbeitgeberbeitragsreserven: Reservepolster gegen die Frankenstärke?

24.03.2015 11:28

Wenn in der Schweiz beruflich vorgesorgt wird, zahlt der Arbeitgeber immer mindestens gleich hohe Beiträge wie seine Arbeitnehmer. Welche Chancen eröffnen sich einem KMU mit der zeitlich flexiblen Entrichtung des eigenen Vorsorgeanteils?

Flexibel und gut gesteuert unterwegs

Wenn die Geschäfte gut laufen, hat die Firma die Möglichkeit, mehr als die geschuldeten Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung zu überweisen. Egal, ob es sich dabei um eine eigene Stiftung handelt oder einen Anschluss an eine Sammeleinrichtung. Es entsteht ein Reservepolster, die sogenannte Arbeitgeberbeitragsreserve (AGBR). In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten kann der Arbeitgeber dann für die Bezahlung des eigenen Vorsorgeanteils auf diesen Topf zurückgreifen. So lassen sich Liquiditätsschwankungen ausgleichen.

Diese Massnahme wird auch zur Optimierung der Unternehmensbesteuerung eingesetzt. Die Vorauszahlungen dürfen als geschäftlich begründeter Aufwand in Abzug gebracht werden. Sie werden daher gerne in Zeiten mit hohen Gewinnen eingesetzt, um Steuerspitzen zu brechen. Die Einzahlungen in die AGBR müssen spätestens am 30. Juni des Folgejahres getätigt werden, um im Bemessungsjahr steuerwirksam zu werden.  

Wo liegt der Haken?

Einmal in die Arbeitgeberbeitragsreserve eingezahlte Gelder verbleiben für immer in der Vorsorgeeinrichtung, können also nicht mehr an das Unternehmen zurückbezahlt werden. Daher auch die steuerliche Begünstigung. Zudem darf der Topf mit diesen Vorauszahlungen auf maximal fünf jährliche Arbeitgeberbeiträge anwachsen.

Wenn der Franken wehtut…

Nehmen wir die an anderer Stelle bereits erwähnte Firma MetallCon AG. Sie führt die berufliche Vorsorge für ihre 600 Mitarbeiter halbautonom durch und übernimmt grosszügig 60% der gesamten Beiträge. Ihr Anteil an den Gesamtvorsorgekosten beträgt gut 2.5 Mio. CHF pro Jahr. Das Reservepolster kann also bis auf einen Betrag von maximal 12.5 Mio. CHF anwachsen. So erhält die MetallCon AG einen echten Spielraum bei der flexiblen Begleichung ihrer Vorsorge-Verbindlichkeiten. Mittlerweile ist ihre AGBR denn auch bereits auf über 4 Mio. CHF angewachsen. Die Frankenstärke macht der MetallCon AG zu schaffen. Sie entscheidet sich deshalb, als vorübergehende Kostensenkungsmassnahme ihre Beiträge im laufenden Jahr aus dieser Reserve zu bezahlen.

…oder bei einer Unterdeckung

Die Beitragsreserven des Arbeitgebers werden gerne auch als Sanierungsmassnahme bei Unterdeckungen herangezogen. Sie liegen zusammen mit Zinssenkungen ganz oben auf der Massnahmen-Hitliste. Man spricht in diesem Falle von einer AGBR mit Verwendungsverzicht. Bei der Wahl dieser Sanierungsmassnahme können die AGBR nicht mehr zur Bezahlung des Arbeitgeberanteils eingesetzt werden, solange der Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtung unter 100% liegt. Vorteil: Es kann auf Sanierungsbeiträge verzichtet werden, eine insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unangenehme Massnahme. Sobald die Unterdeckung beseitigt ist, kann wieder auf die AGBR zur Mitfinanzierung der Arbeitgeberbeiträge zurückgegriffen werden.

Fazit: Der bewusste Einsatz der Arbeitgeberbeitragsreserve erhöht den unternehmerischen Freiheitsgrad bei der Liquiditäts- und Steuerplanung und ist ein anerkanntes Mittel zur Behebung von Unterdeckungen.