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Kapitalist oder Rentner

12.02.2015 15:45

Die Versuchung ist gross: mit 65 mal so richtig viel Bares zur Verfügung haben. Ihre Pensionskasse macht’s möglich. Jahrzehntelang haben Sie sich von Ihrem Bruttolohn Monat für Monat einen schönen Betrag abziehen lassen, der dann (vom Arbeitgeber mindestens verdoppelt) auf Ihrem individuellen PK-Konto gelandet ist. Bei Stellenwechseln ist dieses Geld als Freizügigkeitsleistung treu mitgewandert. Daraus ergibt sich in der Regel ein beträchtliches Alterskapital von mehreren Hunderttausend Franken. Und nun fragt Sie Ihre Pensionskasse, in welcher Form Sie sich diesen Betrag auszahlen lassen möchten: in Tranchen als lebenslange Rente oder alles auf einmal.

 

Ich geh dann mal auf tutti

Fertig Rentenklau, sagt sich da mancher und geht auf tutti: Hundert Prozent raus aus der PK und dann selber anlegen. Mit 65 fühlt sich mancher (noch) fit genug für schwierige Anlage-Entscheide und vielleicht auch für ein kostspieliges neues Projekt, welches Startkapital benötigt.

Natürlich ist dies nicht im Sinne des Erfinders, sprich des Gesetzgebers, welcher bei der Einführung des BVG einen Deal mit den Versicherten vereinbarte: wir erlassen Ihnen die Steuern auf den PK-Beiträgen und Ihr Geld bleibt als Gegenleistung im Vorsorgekreislauf. Daher ist ein Bezug der PK-Gelder vor der Pensionierung auch nur unter Auflagen möglich, zum Beispiel zur Finanzierung von Wohneigentum.

 

Die Schleusen sind weit offen

Der Bezug des Alterskapitals bei Renteneintritt wurde in den letzten Jahren immer mehr gelockert. Seit 2005 muss jede Vorsorgeeinrichtung ihren Versicherten die Möglichkeit geben, mindestens einen Viertel des „obligatorischen“ Altersguthabens als Kapital beziehen zu können. Die meisten Pensionskassen erlauben aber ihren Versicherten den Bezug des ganzen Guthabens in Kapitalform. Diese Grosszügigkeit hat ihren Grund: bei den aktuell überhöhten Renten-Umwandlungssätzen ist die „Verrentung“ für die Pensionskassen ein schlechtes Geschäft. Sie legen drauf.

Ganz anders für die Versicherten: Wer sich für die Rente statt das Kapital entscheidet, profitiert von den weiterhin überhöhten Umwandlungssätzen. Natürlich nur, wer nicht früh stirbt. Denn in diesem Fall geht das gesamte verbleibende Alterskapital an die Vorsorgeeinrichtung, die damit die Rentenbezüger finanziert, welche überdurchschnittlich lange leben (Ausnahme: bei Verheirateten wird nach dem Tod eine um 40% reduzierte Rente weiterhin an den Ehepartner ausbezahlt). Aber wer kann schon seine eigene „Restlaufzeit“ prognostizieren. Sogar Totgesagte leben bekanntlich oft länger.

 

Das Beste aus zwei Welten

Warum also nicht eine Kombination der beiden Möglichkeiten wählen? - Kapital und Rente. Einen Teil der Altersleistung lassen Sie sich als Rente auszahlen, den Rest als Kapital. So ergänzen Sie Ihre AHV-Rente durch regelmässige Rententranchen aus der Pensionskasse, um damit die Grundbedürfnisse Ihres Alltags wie Miete, Krankenkasse und Ihre regelmässigen Einkäufe zu finanzieren. Den Rest der PK-Altersleistung lassen Sie sich bar auf die Hand resp. ins Depot bei der eigenen Bank auszahlen. Damit lässt sich dann Unvorhergesehenes finanzieren: Zahnarzt, neues Auto oder auch mal die Ferien der Enkel. Das Zauberwort heisst also Teil-Kapitaloption, z.B. 65% des Altersguthabens in Form einer Rente und 35% als Kapital.

 

Individuelle Beratung anfordern

Natürlich ist auch hier eine individuelle Beratung sinnvoll, zum Beispiel durch die Ansprechpartner bei Ihrer Pensionskasse. Vorsicht: Pensionskassen können von ihren Versicherten verlangen, dass sie einen allfälligen Kapitalbezug spätestens drei Jahre vor der regulären Pensionierung anmelden. Oft ist jedoch diese Frist stark verkürzt und beträgt nur einige Monate (bei der PREVAS Sammelstiftung beispielsweise drei Monate). Ohne Meldung an Ihre Pensionskasse wird die gesamte Altersleistung in Rentenform ausbezahlt.

Die folgenden Fragen sind für den Entscheid PRO oder KONTRA Kapitalbezug (oder eine Mischform) relevant:

  • Wie gut ist meine gesamte finanzielle Situation?
  • Wie haushälterisch kann ich mit (viel) Geld umgehen?
  • Wie viel Erfahrung habe ich in Anlagefragen?
  • Wie hoch schätze ich meine Lebenserwartung ein? (schwierig)
  • Wie gross ist mein Bedürfnis nach Sicherheit?
  • Was passiert mit meinem PK-Kapital, falls ich früh sterbe? (ist ein jüngerer Ehepartner vorhanden, der eine Rente weiter beziehen kann?)
  • Welche Auswirkungen haben die beiden Bezugsmöglichkeiten auf meine steuerliche Situation?

 

Ein PS zur Politik

Es ist durchaus möglich, dass der Bezug des Vorsorgekapitals bei der Pensionierung von der Politik dereinst wieder eingeschränkt wird. Immer öfter treten Fälle ein, bei denen die Versicherten das bezogene Kapital zu schnell aufbrauchen und anschliessend beim Staat im hohen Alter Ergänzungsleistungen beantragen. Eine entsprechende Regelung wird im Departement von Bundesrat Berset geprüft.