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PK-Kapitalbezug steuerlich fördern oder gesetzlich verbieten?

17.04.2018 09:29

Der Gesetzgeber will den Bezug von Pensionskassengeldern in Kapitalform einschränken. Damit soll eine Eskalation bei den Ergänzungsleistungen wegen dereinst zahlungsunfähigen Rentnern verhindert werden. Entsprechende Vorstösse werden vom Parlament diskutiert, zuletzt in der Frühjahrssession 2018. Im Gegensatz zum Ständerat lehnte der Nationalrat zwar eine Reduktion der Kapitalbezugsmöglichkeiten ab, das Thema ist damit aber noch nicht vom Tisch. Vermutlich in der Sommersession 2018 wird der Ständerat in der Differenzbereinigung erneut darüber debattieren. Details dazu im Bericht von SRF: https://www.srf.ch/news/schweiz/bezug-von-ergaenzungsleistungen-von-der-optimierungs-zur-sparvorlage

In dieser Diskussion wird ein Thema zu selten diskutiert: Man darf sich auch mal fragen, ob es Sinn macht, den Kapitalbezug steuerlich zu privilegieren, wie es heute der Fall ist. Wer seine PK-Gelder in Kapitalform bezieht, zahlt nämlich in den meisten Fällen weniger Steuern als der Rentenbezüger. Pensionskassenrenten sind voll mit allen übrigen Einkünften zu versteuern, während die Kapitalleistung getrennt von den übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz zu versteuern ist. Die Steuersätze variieren zwar von Kanton zu Kanton und unterliegen meistens auch der Progression, sie sind aber in der Regel bedeutend tiefer als die Steuersätze auf den Einkommen während der Pensionierung. Vgl. dazu die folgende Tabelle (Quelle: VermögensPartner AG, 2013). Durch eine gestaffelte Auszahlung weiterer Vorsorgeleistungen (Säule 3a oder Ehepartner-Pensionskassenleistung), Umzug in einen anderen Kanton oder ins Ausland lassen sich die Steuern beim Kapitalbezug zudem einfacher optimieren.

Mit diesem Rechner der VermögensPartner AG lassen sich die Szenarien vor einem Entscheid Rente oder Kapital einfach beurteilen: https://www.123-pensionierung.ch/de/rente-oder-kapital/rente-kapital/

Es zeigt sich, dass der Kapitalbezug häufig die steuerlich bessere Variante ist. Dies gilt insbesondere für Rentner mit höherem Einkommen, bei Pensionskassen mit tiefen Umwandlungssätzen und natürlich bei höheren erwarteten Vermögenserträgen während der Pensionierung.

Auf die zunehmenden Ausgaben für Ergänzungleistungen bei der 1. Säule könnte anstelle von (oder in Ergänzung zu) Verboten beim Kapitalbezug aus der Pensionskasse also auch durch Anpassungen bei den Steuer-Regimes reagiert werden. So würde ein oft entscheidendes Argument für den Kapitalbezug wegfallen.